Projekte Sek2 - Das Mauersegment

Schon gesehen? Direkt vor unserem Schulzentrum, an der Kreuzung Stettinstraße/Sachsendamm steht seit 2010 ein Mauersegment als Erinnerung an die Deutsche Teilung. Unsere Schülerinnen und Schüler der Oberstufe haben gemeinsam mit den Lehrkräften ein Projekt  "Mauersegment" ins Leben gerufen. Der Bezirksrat Heidberg-Melverode sowie der Kulturausschuss der Stadt Braunschweig unterstützen das Vorhaben mit hohem Engagement.


Deutsch – deutsche Erinnerungskultur mitten im Heidberg

 

Für mehr als 28 Jahre hielt der Kalte Krieg auch das heutige Deutschland in Atem, als ab dem 13. August 1961 eine Mauer als manifestierte, innerdeutsche Grenze die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) in zwei „deutsche Staaten“ trennte. Als Sinnbild der „Konfrontation zweier Machtblöcke bzw. Weltanschauungen“ im Kontext des Ost-West-Konflikts mit ‚Deutschland‘ im geographischen Mittelpunkt fungierten beide „deutschen Staaten“ als Pendant zu Ihren jeweiligen Verbündeten, den Supermächten USA bzw. UdSSR. Die BRD vertrat hierbei das gesellschaftliche und wirtschaftliche System der liberalen Demokratie der USA, während die DDR den Sozialismus sowie die Planwirtschaft der UdSSR widerspiegelte. Erst mit dem Mauerfall am 9. November 1989 als Höhepunkt der „friedlichen Revolution in DDR“ wurde der „Grundstein“ zur Wiedervereinigung gelegt.

 

Eines der Sinnbilder des Ost-West-Konflikts hat nach ‚bewegter‘ Daseinsgeschichte seinen Weg nach Braunschweig in den Heidberg an die Stettinstraße gefunden. So überführte kurz nach der Wende 1989 der ursprüngliche Initiator des heutigen Mahnmals im Heidberg, Erhard Miltz, drei Segmente der innerdeutschen Grenze im Harz nach Braunschweig, die zur Zeit der deutsch – deutschen Teilung am Brocken im Harz installiert waren. Zudem beauftragte Herr Miltz den Künstler Manfred Garske aus Cremlingen mit der Verzierung der Segmente durch Cartoons, die eine visualisierte Geschichtsinterpretation des Mauerfalls abbilden. Nach ihrer knapp fünfmonatigen Präsenz auf der EXPO 2000 in Hannover, in der die gesamte Welt sie bestaunen durfte, verdanken die Segmente ihre jetzige Platzierung in unmittelbarer Nähe des Schulzentrums Heidberg dem Bauhof-Betreiber Michael Köhler. Dieser schenkte im Jahr 2010 das zwischenzeitlich auf seinem Werksgelände befindliche Mahnmal der Stadt Braunschweig zu erinnerungskulturellen Zwecken und übergab zugleich die Verantwortung zur kooperativen Pflege an den Bürgerverein Heidberg sowie den HSC Leu.

 

Mit dem Ziel, der heutigen Gesellschaft und vor allem jungen Menschen die sich temporär immer weiter entfernende Geschichte der innerdeutschen Teilung nachhaltig in ihr Gedächtnis zu rufen sowie anschaulich zu gestalten, möchte die IGS Heidberg an dieser Stelle auf die Bedeutung dieser Mauerstücke aufmerksam machen. In Zeiten, die einen immer schnelleren Wandel mit sich bringen und aus politischer Sicht unser demokratisches Miteinander stets auf neue Proben stellen, erscheint es immer wichtiger, die eigene Geschichte nicht aus den Augen zu verlieren. Hierzu trägt nicht nur der Unterricht an den Schulen bei. Vielmehr sind es gerade solche Monumente der Erinnerungskultur als haptische Berührungspunkte mit der deutsch-deutschen Geschichte, die uns stets daran erinnern, dass unser jetziger Wohlstand, materiell wie politisch, nicht selbstverständlich, sondern vielmehr auch leicht vergänglich ist.

 

 

 



Nähere Infos

IGS Heidberg

Leitung Sekundarstufe 2

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38124 Braunschweig

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